CARMINA BURANA

EIN TANZRITUS

INHALT

Die Carmina Burana gehören ohne Zweifel zu einem der populärsten Werke ernster Musik des 20. Jahrhunderts. In unserem Jubiläumsjahr schlagen wir eine sinnliche Brücke zur Vergangenheit und feiern mit dieser Neuinszenierung der Carmina Burana unseres Choreographen Lars Scheibner unser 30jähriges Bestehen! 

 

Die Neuinszenierung der Carmina Burana zelebriert vor allem den Tanz - den Tanz starker, kreativer Menschen als authentisches, lust- und kraftvolles Ritual des Lebens. Es geht um die Läuterung eines zweifelnden jungen Menschen, um die Initiation und Prüfung eines Fragenden durch eine Gemeinschaft von Wissenden. Der Fragende, der Protagonist verzweifelt zu Beginn der Erzählung an der Unberechenbarkeit des Schicksals. Die Wissenden weihen ihn durch ein ausgedehntes Ritual in die höheren Geheimnisse um das Wesen des Schicksals und in das Wissen um die Dualität des Lebens ein. Das Ritual beinhaltet mehrere Prüfungen des Protagonisten, welche ihm die jeweils nächste Stufe des Ritus eröffnen. Die 25 Stufen des Rituals werden von einer geheimnisvollen, verführerischen Frau überwacht und angeleitet. Der Protagonist verliebt sich in sie, und muss auf der letzten Stufe der Erkenntniserfahren, dass sie die wandelbare Schicksalsgöttin selbst ist.

 Für die Deutsche Tanzkompanie ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Meisterwerk Carl Orffs kein Neuland. Bereits 2003 feierten die Carmina Burana
in der Inszenierung und Choreographie der damaligen Chefchoreographin Eva-Brehme-Solacolu eine umjubelte Premiere. Es folgten über 80 erfolgreiche Aufführungen vor deutschlandweit begeistertem Publikum. 

 

Die 1934 von Carl Orff entdeckte Ausgabe der "Lieder aus Benediktbeuern" - einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten handeln von der Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, der Flüchtigkeit des Lebens, von der Freude über die Rückkehr des Frühlings sowie von Trinksucht, Völlerei, Glücksspiel und Wollust. Begeistert von der Wucht und Sinnlichkeit der mittelalterlichen Texte, erschuf er eine Komposition in 25 musikalischen Szenen, die bis heute den Zuhörer begeistern und inspirieren. 

Musik und Gesang sind höchste Ausdrücke menschlicher Freiheit. Die brachiale Lebenskraft und -lust, welche Carl Orff in seiner Komposition entfesselt, rufen geradezu nach einem lebendigen Körper - nach dem Tanz, der, in einem choreografierten und inszenierten Zyklus dieser Lieder, den Dreiklang der höchsten menschlichen Äußerungen vollendet.

 

Die magischen Klangwelten, die mitreißenden, tänzerischen Rhythmen und die zeitlosen, ewig wahren Texte, haben auch Lars Scheibner bereits mehrfach inspiriert. Die Carmina Burana choreographierte er bereits für das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, für und mit den Kindern in den Favelas von Rio de Janeiro und für die Tänzer*innen des Ballet Nacional de Paraguay und jedes mal entstand dabei eine völlig neue lebendige Lesart. 

 

Als Choreograph inspirieren ihn die Kraft, die aus der Verschmelzung von alten Texten und neuer Musik entstehen kann. Um sich mit den Mitteln des Tanzes der musikalisch derart geglückten Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart Orff's anzunähern, verfolgt er den zeitgenössischen Tanz zu seinen Wurzeln zurück um beides, die archaische Urbewegung und ihre zeitgenössische Ausformung gleichberechtigt und einander bereichernd koexistieren zu lassen.

BESETZUNG
GALERIE
TERMINE

30.04.2022 im Stadttheater Herford | 19:00 Uhr

27.05.2022 im Landestheater Neustrelitz | 19:30 Uhr

11.06.2022 im Landestheater Neustrelitz | 19:30 Uhr

DAUER

ca. 1 1/4 Std. - keine Pause -